Was ist LTE?

Was ist LTE? Eine Alternative zur Glasfaser?

 

Die Versorgung der ländlichen Regionen Deutschlands mit schnellem Internet ist ein wichtiges Projekt der Bundesregierung und der zuständigen Bundesnetzagentur. Ein innovations- und informationshungriges Land wie die Bundesrepublik könne ganz einfach nicht darauf verzichten, seinen Bürgern den schnellen Zugang ins Internet zu ermöglichen, so die Argumentation. Doch auf welchem Wege die einzelnen Haushalte in der Bundesrepublik dann ihren Zugang bekommen, ist zum Teil noch sehr unklar. Fest steht dass es einen Mix geben wird: Kabel & Funk sind die Schlüsselbegriffe.

Nach Meinung von Fachleuten gibt es nur eine zukunftsweisende Technologie und die heißt Glasfaser. Daher wird derzeit der Ausbau einer flächendeckenden Versorgung im Projektgebiet IKbit (Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Gorxheimertal, Grasellenbach, Heppenheim, Lindenfels, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach durchgeführt. Mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 50.000 Kbit/s (50 Mbit/s) können Bürgerinnen und Bürger das neue Netz nutzen. Spätere Ausbauvarianten lassen ein Datentransfer von 100 Mbit/s und mehr zu. Ab dem dritten Quartal 2013 werden die ersten Haushalte an das Breitbandnetz angeschlossen. Hier steht dann ein Highend-Netz mit einer wählbaren Datenübertragungsrate von bis zu 50.000 Kbit/s Download (50 Mbit/s) und 10.000 Kbit/s/Upload (10 Mbit/s) zur Verfügung.

 

Glasfaser oder LTE?

Derzeit drängen Telekommunikationsanbieter mit Funkverbindungen wie das neue LTE (Long Term Evolution) auf den Markt bzw. in die Region um ihre DSL-Angebote via Funk 3.000 Kbit/s (3 Mbit/s) und mehr an den Mann bzw. Frau zu bringen.

Nachdem die frei gewordenen Frequenzen der "digitalen Dividende" von der Bundesnetzagentur versteigert wurden, hat die Diskussion neue Fahrt aufgenommen. Denn schließlich versprechen die Anbieter auch hier Bandbreiten von 50.000 Kbit/s (50 Mbit/s) und mehr. Welche ist die bessere Technologie, um die internettechnisch unterversorgten Regionen schnell und effizient zu versorgen? Für diese Frage gibt es eine klare Antwort: LTE (Funk) ist nicht als Konkurrenz zu Glasfaser anzusehen, allenfalls als Ergänzung für künftige mobile Geräte.

 

Drosselung

Setzte man auf Glasfaserverbindungen, so stehen nahezu grenzenlose Bandbreiten zur Verfügung. LTE bietet zwar auf dem Papier Möglichkeiten Bandbreiten anzubieten, die selbst gängige VDSL-Anschlüsse übertreffen doch schrumpfen diese Bandbreiten auch recht schnell wieder zusammen. Nämlich dann, wenn die Teilnehmerzahl steigt. Die jeweiligen Nutzer einer Funkzelle, müssen sich also die Kapazitäten teilen (Shared Medium). Beim Erreichen eines vom Anbieter festgelegten Datentransfervolumens wird darüber hinaus die Geschwindigkeit so weit gedrosselt, dass man nur noch einen Bruchteil der Leistung hat. Das Gros der Internetverbindungen wird also weiter per Breitbandkabel realisiert werden. LTE kann als Ergänzung, aber nicht als Ersatz für das schnelle Internet aus dem Kabel angesehen werden.

Nun stellt sich für den Verbraucher die Frage, warum man einen Vertrag für einen DSL-Funkanschluss (mit gedrosselter Internet- und einer Telefon-Flatrate) nehmen sollte, wenn man bereits für rund 2 Euro Mehrkosten pro Monat einen Breitbandkabel-Anschluss mit 25.000 Kbit/s (25 Mbit/s) und einer echten Internet- und Telefon-Flatrate bekommt?

 

Zukunftsinvestition

Auch mit Blick in die Zukunft ist eine Investition in Glasfaser angeraten, denn LTE bietet immer noch bei Weitem zu wenig für den massiv ansteigenden Bedarf an Bandbreite. Das kann nur Glasfaser leisten und überall dort, wo der Glasfaserausbau möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden Netzbetreiber eine Netz-Infrastruktur aufbauen. Dies ist vor allen Dingen notwendig, um auch in den kommenden Jahren noch der stetig steigenden Nachfrage Herr zu werden.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auch auf folgenden Seiten:

www.enteaga.de (Betreiber des IKbit-Netzes)

www.hessen-IT.de/breitband (Informationsseite des Landes Hessen)