Mit wem muss ich künftig Verträge abschließen

Der flächendeckende Gigabit-Ausbau besteht aus zwei Komponenten.

Zum einen bauen Telekommunikationsunternehmen (TKU) die für sie wirtschaftlich interessanten Gebiete mit eigenen Mitteln aus. Hier werden die ausbauenden Unternehmen während der Bauphase mit Beratungs- und Produktangeboten auf Sie zukommen, sofern Sie im jeweiligen Ausbaugebiet des entsprechenden TKUs liegen. Aktuell haben sowohl die Entega Medianet GmbH aus Darmstadt sowie die GlasfaserPlus GmbH aus Köln eigenwirtschaftliche Ausbauabsichten für Teile des IKbit-Gebietes bekundet.

Zum anderen wird der Bau- und Betrieb der nicht durch ein TKU eigenwirtschaftlich erschlossenen Gebiete über ein durch Bundes- sowie Landesmittel finanziertes, gefördertes Projekt ausgeschrieben und vergeben werden. Da dieser Prozess aussteht (voraussichtlicher Abschluss Ende 2024) kann aktuell noch nicht gesagt werden, welches Unternehmen in den gefördert ausgebauten Gebieten künftig seine Produkte anbieten wird.

Beide der oben genannten Unternehmen haben jedoch die Absicht ihre Glasfaser-Netze im "Open Access"-Modell zu errichten, sodass - sofern entsprechende Verträge mit diesen Unternehmen geschlossen werden - jeder weitere Anbieter auf diesem Netz seine Produkte anbieten können wird. Für das gefördert errichtete Netz ist dies sogar verpflichtend respektive Fördervoraussetzung.

Macht es für mich einen Unterschied ob ich gefördert oder nicht gefördert ausgebaut werde?

Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, ob Sie bzw. ihr Grundstück an das Glasfaser-Netz angeschlossen werden.

Egal ob über eigenwirtschaftliche Ausbauvorhaben von Telekommunikationsunternehmen (TKU) oder über den geförderten Ausbau, den die 10 IKbit-Kommunen anstreben - jedes Haus wird mit einem Glasfaseranschluss versorgt werden!

Durch die Prozesse, die mit einem geförderten Netzausbau verbunden sind (u.a. Markterkundungsverfahren, Ausschreibungsverfahren, Fördermittelantragstellung), kann der geförderte Teil des Ausbaus allerdings erst etwas später starten. Ziel des Eigenbetriebes IKbit ist bis spätestens 2030 - analog den Zielen der Bundesregierung - den flächendeckenden Gigabit-/Glasfaserausbau abgeschlossen zu haben.

Voraussichtlich werden die Baumaßnahmen im geförderten Ausbau in der ersten Jahreshälfte 2025 beginnen können. Bereits heute (Stand 16.01.23) haben zwei Telekommunikationsunternehmen ihre eigenwirtschaftlichen Ausbauvorhaben in diversen Kommunen begonnen oder stehen kurz davor.

Was muss ich als Grundstücks-/Wohnungseigentümer/Mieter beachten?

Was muss ich als ...

 

... Grundstückseigentümer beachten?

Als Gründstücks- bzw. Immobilieneigentümer müssen Sie lediglich ein Produkt bei einem Telekommunikationsunternehmen (TKU) beauftragen und die Zustimmung erteilen, dass die Glasfaser-Leitung auf Ihrem Grund verlegt werden darf.

Zu beachten ist, dass alle Miteigentümer ebenfalls ihre Zustimmung erteilen. Die Kosten für einen Hausanschluss können je nach TKU variieren. In den Vermarktungsphasen zu Beginn der Ausbauvorhaben werden diese in der Regel kostenfrei angeboten.

 

... Wohnungseigentümer beachten?

Als Wohnungseigentümer müssen Sie lediglich ein Produkt bei einem Telekommunikationsunternehmen (TKU) beauftragen und die Zustimmung erteilen, dass die Glasfaser-Leitung in Ihr Gebäude gelegt werden darf.

Laut Wohnungseigentumsgesetz (§20) haben Sie ein Recht auf Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft zum Anschluss an ein Netz mit "sehr hoher Kapazität" (Glasfaser). Die anderen Wohnungseigentümer dürfen die Zustimmung nicht verweigern. Somit müssen nicht alle Wohnungseigentümer dem Anschluss zustimmen.

 

... Mieter beachten?

Als Mieter müssen Sie vor der Erteilung eines Auftrags zum Anschluss an ein Glasfasernetz die Einwilligung des Vermieters/Gebäudeeigentümers einholen, da ein Telekommunikationsunternehmen (TKU) nicht berechtigt ist, ohne diese Einwilligung auf privatem Grund Glasfaser-Leitungen zu verlegen. Die Auftragserteilung als Mieter reicht hier nicht aus.

Muss für einen Glasfaser-Anschluss ich etwas an der Verkabelung in meinem Haus ändern?

Glasfaser-Verkabelung:

Sollten Sie im Begriff sein oder den Wunsch hegen Ihr Haus zu modernisieren/sanieren und möchten die alten Kupferkabel oder Netzwerkkabel sowieso ersetzen, lohnt es sich direkt eine Verkabelung mit Glasfaser anstatt Netzwerkkabeln (LAN-Kabel) in Betracht zu ziehen. Gleiches gilt für Neubauten, die in der heutigen Zeit auch im Bereich der Netzwerkverkabelung zukunftsorientiert geplant werden sollten. Mit einer Glasfaser-Verkabelung im gesamten Haus sind Sie optimal auf kommende Bedarfe vorbereitet. Da die Glasfaser-Verkabelung eine Fortführung des Glasfaser-Netzes vor Ihrer Haustür ist, kommt die Kapazität Ihrer "Inhouse-Verkabelung" erst an ihre Grenzen, wenn es für das Netz ebenfalls der Fall ist. Da jedoch bereits heute um ein vielfaches höhere Übertragungsraten in Praxistests und unter Anwendung neuer Übertragungstechnologien mit der Glasfaser erreicht werden können, ist diese zum aktuellen Stand der Technik das zukunftssicherste Medium zur Übertragung hoher Internet-Bandbreiten.

 

Netzwerkverkabelung (LAN-Kabel / RJ45-Stecker):

In jüngeren oder modernisierten Immobilien wurden oft bereits Netzwerkkabel verlegt. Je nach Kabeltyp des Netzwerkkabels (ab Standard CAT 5e aufwärts) können auch die derzeit angebotenen 1.000 Mbit/s (1 Gbit/s) erreicht werden. Sollten Sie über die Neuverlegung von Netzwerkkabeln nachdenken, bietet sich jedoch ein höherer Standard an, um auch für künftige Bedarfe an Bandbreiten gerüstet zu sein. Lediglich eine Glasfaser-Hausverkabelung geht hier noch einen Schritt weiter. Die Standards CAT 6a sowie CAT 7 bieten heute bereits Kapazitäten für Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s.

Kupfer-Doppelader:

Mit am weitesten verbreitet ist in (älteren) Bestandsimmobilien die klassische Kupfer-Doppelader, über welche sowohl die Festnetz-Telefonie als auch DSL-Anschlüsse verbunden wurden. Wie auch bei der Netz-Infrastruktur für den Glasfaser-Ausbau bis zu Ihrem Haus ist die Kupfer-Doppelader technischen Beschränkungen unterworfen (s. Glossar: FTTC, FTTH/-B). Über die Kupferkabel können je nach Alter - und somit auch Zustand der Kabel - Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 600 Mbit/s erreicht werden. Dies bedeutet, dass die Produkte der Telekommunikationsanbieter mit Geschwindigkeiten unterhalb dieser Grenze in der Regel ohne weitere bauliche Maßnahmen erreicht werden können. Hierzu wird lediglich ein zusätzliches Gerät neben einem Router und Glasfasermodem benötigt, sofern das Glasfaser-Modem nicht im Router integriert ist. Die verwendete Technologie heißt "G.Fast" (s. Glossar) und wird oftmals von Telekommunikationsunternehmen angeboten.

Wann wird bei mir ausgebaut werden?

Informationen zum eigenwirtschaftlichen Ausbau der Entega Medianet GmbH können unter folgendem Link auf der Homepage der Entega Medianet eingesehen werden: https://www.entega.de/glasfaserausbau/

Informationen zum eigenwirtschaftlichen Ausbau der GlasfaserPlus GmbH können unter folgendem Link auf der Homepage der GlasfaserPlus GmbH eingesehen werden: https://glasfaserplus.de/ausbauliste/

Eine konkrete Aussage bezüglich des geförderten Ausbaus kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden, da die Planung und Durchführung von dem bauausführenden Unternehmen gestgelegt wird, welches die Bezuschlagung nach durchgeführtem Vergabeverfahren erhält. Künftig ist geplant, über die Homepage des Eigenbetriebes IKbit, eine Übersicht bezüglich Bauzeitenplan und Baufortschritt des geförderten Ausbaus einsehen zu können.

Ziel ist es alle 10 IKbit-Kommunen bis 2030 in Kombination von eigenwirtschaftlichen Ausbauvorhaben der Telekommunikationsunternehmen sowie dem geförderten Ausbau der verbleibenden Gebiete mit einer flächendeckenden Gigabit-Versorgung erschlossen zu haben.

Brauche ich ein neues Endgerät (Router), um den Glasfaser-Anschluss zu nutzen?

Einige neuere Geräte haben bereits ein integriertes Glasfaser-Modem, das die optischen in elektrische Signale wandeln und die Internetverbindung via WLAN oder kabelgebunden in der Wohnung verteilen kann. Alternativ kann auch vor ein älteres Gerät ein separates Glasfaser-Modem vorgeschalten werden. Allerdings ist nicht jeder Router per se "gigabitfähig", sodass selbst mit vorgeschaltetem Glasfaser-Modem bei einem älteren Router Geschwindigkeitseinbußen innerhalb der Wohnung auftreten können. Diese Angaben können in der Bedienungsanleitung des vorhandenen Routers eingesehen werden. Oftmals werden auch entsprechende Endgeräte bei Buchung eines Produktes durch den Internetanbieter zur Miete oder zum Kauf optional angeboten.

 

Wie erhalte ich meinen Glasfaser-Hausanschluss?

Während der Vermarktungsphase im eigenwirtschaftlichen Ausbau der Telekommunikationsunternehmen (TKU) wird der Glasfaser-Hausanschluss üblicherweise über die Buchung eines Produktes (sprich: Internettarif über Glasfaser) kostenfrei angeboten. Sollte dieses Angebot nicht genutzt und der Anschluss erst nach Ablauf der Vermarkungsphase beauftragt werden, können zusätzlich zum monatlichen Beitrag für den gewählten Tarif einmalige Kosten von bis zu 1.000€ entstehen. Die entstehenden einmaligen Kosten für den Hausanschluss können je nach Anbieter abweichen.

Im Bereich des geförderten Gigabit-Ausbaus werden die Glasfaser-Hausanschlüsse über die eingeworbenen Bundes- sowie Landesfördermittel finanziert. Hier ist lediglich die Einwilligung des Grundstücks- bzw. Gebäudeeigentümers notwendig, sodass die baulichen Maßnahmen durchgeführt werden dürfen.

Wer wird an das Breitbandnetz angeschlossen?

IKbit besteht aus den Kommunen Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Gorxheimertal, Grasellenbach, Heppenheim, Lindenfels, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach. Der Plan sieht einen Anschluss aller Orts- und Stadtteile der projektbeteiligten Kommunen vor. In Heppenheim werden aufgrund der vorhandenen Versorgung in der Kernstadt nur die östlich gelegenen Ortsteile Mittershausen-Scheuerberg, Wald-Erlenbach, Teile von Ober-Laudenbach und Teile von Kirschhausen/Igelsbach über IKbit abgewickelt.

Welche Übertragungsgeschwindigkeiten werden erzielt?

Sobald der Glasfaser-Ausbau komplett abgeschlossen ist, werden je nach gewünschtem Tarif Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1Gbit/s (1.000Mbit/s) über die jeweiligen Anbieter verfügbar sein. Technisch ist die Glasfaser als Übertragungsmedium zu weit höheren Geschwindigkeiten fähig, was eine nachhaltige und zukunftssichere Versorgung mit hohen Bandbreiten sicherstellt.

Erläuterung zur heutigen technischen Notwendigkeit

Zukunftsfähig sind ausschließlich jene Internetzugänge, deren Übertragungsraten die immer größer werdenden Datenmengen von Morgen bewältigen können. Die einzige Technik die diese Bedingungen erfüllt sind Glasfaserleitungen oder auch Lichtwellenleiter (LWL) genannt. Diese sind in der Lage Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1Gbit/s (1.000Mbit/s) zu erreichen und das unabhängig von der Teilnehmerzahl. Die Glasfaser als Medium ist in der Lage künftig sogar noch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen und somit auch für die kommenden Jahre und Jahrzehnte mit genug Reserve-Kapazitäten ausgestattet, um zukunftstauglich und nachhaltig die Basis für eine digitale Gesellschaft zu sein.